Was jede/r wissen sollte

NETZWERK AU STOCKERAU

2025

Was jede(r) Stockerauer(in) über unsere AU wissen sollte

 

Unsere Au liegt im Europa-Schutzgebiet Natura 2000 „Tullnerfelder Donauauen“, dem größten zusammenhängenden Auengebiet Mitteleuropas.

Die Stockerauer Au ist FFH (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) und Vogelschutzgebiet.

Von den 445 Hektar Auwald, Wiesen und Gewässer, die zu Stockerau gehören, stehen 346 Hektar unter Naturschutz des Landes NÖ.

Die Verwaltung, Pflege und Nutzung obliegt der Stadtgemeinde.

Für den Verzicht auf volle wirtschaftliche Nutzung bekommt die Stadt einen ansehnlichen Entschädigungsbetrag. Außerhalb der nutzungsfreien Kern- und Naturwaldzonen ist schonende Bewirtschaftung erlaubt.

 

Welche Funktionen hat die Au?

  • Sie ist die Klimaanlage der Stadt. Sie kühlt im Sommer die Stadt durch die Verdunstungskälte der Pflanzen und befeuchtet die Luft. Sie filtert Schadstoffe aus der Luft und verbessert aktiv die Luftqualität.

  • Sie schützt und liefert unser Trinkwasser aus dem Grundwasserstrom.

  • Sie dient der Erholung, fördert das Wohlbefinden und unsere Gesundheit.

  • Sie ist Lebensraum und Rückzugsgebiet für eine große Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen, die noch immer nicht zur Gänze erforscht ist.

  • Sie liefert Brenn- und Nutzholz, Pilze und Nutzpflanzen.

  • Sie ist Jagdrevier, und die Gewässer beherbergen viele Fischarten

 

Wodurch wird die Au beschädigt?

Durch den Menschen.

Aufgrund des Eschentriebsterbens erfolgen die Entnahme der Stämme und die Aufforstung nicht schonend und gezielt, sondern radikal unter Einsatz schwerster Maschinen. Dabei werden auch andere Baumarten entnommen und die Strauch- und Krautschicht zum Teil durch Häckseln großflächig zerstört. Ein ganzes Öko-System inklusive Lebens- und Rückzugsbereiche teils streng geschützter Arten wird rücksichtslos vernichtet – alles für eine maximale Holzernte.

Aufgeforstet wird monokulturartig wie im Wirtschaftsforst. Die Flächen trocknen aus und können keine Biodiversitäts- und Kühlfunktion mehr übernehmen. Die Artenvielfalt wird geschwächt. Die Regeneration dauert Jahrzehnte.

Einen weiteren Schaden nimmt die Au durch den Verkehr der A22. Der Lärm beeinträchtigt die Tierwelt, die Schadstoffe beeinflussen die Pflanzen langfristig erheblich. Die Warnungen der Wissenschaft werden von der Politik nicht berücksichtigt.

Der größte Schaden kommt aber vom fehlenden Wasser. Durch den Bau des Kraftwerkes Greifenstein wurde die Au vom Hauptstrom weitgehend abgetrennt. Es fehlen die jährlichen Hochwässer und die autypischen Grundwasserschwankungen. Eine Schadensbegrenzung wäre technisch möglich, es scheitert aber am Geld und am politischen Willen.

Worum geht es im Streit Bürger gegen Stadtregierung?

Viele Bürger, die die Au schätzen, haben erkannt, dass durch die massiven Schlägerungen und radikalen Aufforstungsmethoden die Au schrittweise von einem Naturwald in einen Wirtschaftswald umgewandelt wird. Mit allen Nachteilen, mit Zerstörung eines komplexen Ökosystems, Veränderung der Lebensräume und Dezimierung der Artenvielfalt.

Die Politik wurde von Forstleuten der alten Schule falsch beraten, stellt sich aber aus mangelndem Fachwissen und Geldbedarf stur auf deren Seite, missachtet die Warnungen der Wissenschaft, verweigert den Dialog und setzt die Zerstörung trotz offener gerichtlicher Klärung fort.

Deshalb haben mündige Bürgerinnen und Bürger, die nicht unter Parteidruck stehen, den Verein „NETZWERK AU STOCKERAU“ gegründet, um zu retten, was noch zu retten ist – für die kommenden Generationen.

Wenn auch Sie eine natürliche Au erhalten wollen, kommen Sie zum Verein und zu den Veranstaltungen des Vereins.

www.netzwerkaustockerau.at

verein@netzwerkaustockerau.at