Zwischen April und Mai blüht die intensiv duftende „Gewöhnliche oder Frühe Traubenkirsche“ (Prunus padus) als typisches Gehölz in Auwäldern. Wegen ihres hohen Wasserbedarfs gilt sie als Grundwasserzeiger.
Die langen weißen Blütentrauben mit ihrem intensiven Geruch locken 14 Schwebfliegen-, 46 Wildbienen- und 7 Käferarten zur Bestäubung an. Das Laub dient einer Vielzahl von Schmetterlingen wie Eulenfalter und Spanner als Raupenfutter, gelegentlich auch den Raupen des Zitronenfalters. Für die Traubenkirsche-Gespinstmotte ist sie die bevorzugte Wirtspflanze.
Im Spätsommer reifen kleine, kirschenartige Beeren heran, die bei Vögeln beliebt sind – ihr englischer Name lautet „Bird cherry“. Für Menschen ist der Samen nicht zum Verzehr geeignet: der Steinkern enthält Blausäureglykoside. Rinde und Blätter der Traubenkirsche sind giftig (cyanogene Glykoside), was den Baum vor Wildverbiss schützt, die Blüten ungiftig.
An Böschungen und Hängen trägt die Traubenkirsche mit ihrem ausgiebigen Wurzelwerk zur Bodenbefestigung bei.



