In der Stockerauer Au leuchten Anfang April viele wilde Blüten am Wegesrand. Was blüht denn da?
Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides)
Durch die frühe Blütezeit bildet es eine wichtige Nektar- und Pollenquelle für Wildbienen sowie als Raupen-Futterpflanze für den Falter Anemonen-Blattspanner. Es wächst gerne gesellig. Das Gelbe Windröschen ist in allen Teilen leicht giftig, im Heu werden die Giftstoffe inaktiv.
Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
Das Wald-Veilchen mit seinen herzförmigen Blättern ist unverwechselbar. Tatsächlich spielt es eine wichtige Rollen für den Erhalt von Ökosystemen: Es gilt als gute Wildbienenweide, das Kraut als Raupenfutter nutzt u.a. der Schmetterling Kaisermantel.
Die Bestäubung des Wald-Veilchens erfolgt durch Insekten und Selbstbestäubung, die Verbreitung der Samen übernehmen Ameisen.
Kleines Immergrün (Vinca minor)
Es wächst gesellig in artenreichen Laub- und Buchenmischwäldern, vorzugsweise im Halbschatten. Bestäuber sind Schmetterlinge, Bienen, Wollschweber und Hummeln. Das Kleine Immergrün ist in allen Pflanzenteilen giftig. Die seltenen Samen verbreiten Ameisen, die sie selbst als fettreiches Futter verwenden.
Purpur-Taubnessel (Lamium purpureum)
Sie ist eine begehrte frühe Nektarquelle, insbesondere im zeitigen Frühjahr für aktiv werdende Hummelköniginnen und solitäre Wildbienen. Die Bestäubung erfolgt durch Hummeln, Bienen und Grabwespen. Rund 43 Wildbienenarten nutzen den Nektar und/oder Pollen, die Futterpflanze 26 Raupen- und 4 Käferarten.
Gewöhnliche Vogelmiere (Stellaria media)
Die Vogelmiere ist sehr ausbreitungsfreudig – sie schützt mit ihren langen Ausläufern den Boden im Sommer vor Austrocknung, im Winter vor direkter Kälteeinwirkung und wirkt erosionsmindernd.
Als Bestäuber findet man Hautflügler, Zweiflügler und Fransenflügler. Von den Wildbienen trifft man zwei pollensammelnde Sandbienenarten an. Umso wichtiger ist die Vogelmiere als Raupenfutter für 10 Schmetterlingsarten.
Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
Als Lippenblütler ist die bodendeckende, heimische Wildpflanze eine wertvolle erste Nektarquelle auf Wiesen und Waldrändern. Zahlreiche Wildbienen suchen den Pollen als Verpflegung für ihre Brutnester. Für den Nektar und die Blätter als Raupenfutter interessieren sich elf Schmetterlinge, darunter Perlmutt- und Dickkopffalter, Weißlinge, Zitronen- und Aurorafalter. Die Verbreitung der Samen übernehmen Ameisen.
Scharbockskraut (Ficaria verna)
Im Halbschatten ist das Scharbockskraut zu sehen. Die gelben Blüten erscheinen ab Ende Februar und bieten vielen Insekten die erste Nahversorgung nach der kalten Jahreszeit. Nach der Blüte bilden die Pflanzen ein giftiges Alkaloid.
Helm-Knabenkraut (Orchis militaris)
Das Helm-Knabenkraut ist auf Magerrasen und Halbtrockenrasen zu finden, es gilt als gefährdet. Bestäuber sind vor allem Hummeln. Als Leckerbissen für Wildschweine können sie große Flächen auf der Suche nach den Knollen umgraben. Wie alle in Europa vorkommenden Orchideenarten steht auch das Helm-Knabenkraut unter strengem Schutz europäischer und nationaler Gesetze.








