Naturschutzgebiet Stockerauer Au
Seit 1999 stehen 346 Hektar des insgesamt 445 Hektar großen Stockerauer Forstgebietes unter Naturschutz.
Hiervon sind 143 Hektar als Naturwaldreservat ohne jegliche Nutzung ausgewiesen.
Die Hauptnutzungen im Naturschutzgebiet sind die Trinkwasserversorgung, Erholung & Naturschutz.
Außerdem wird die Au durch eine ökologische Landwirtschaft, eine naturnahe forstliche Bewirtschaftung inkl. Holznutzung sowie für Jagd und Fischerei genutzt.
Für die Erhaltung wildlebender Tier- und Pflanzenarten ist ein naturnaher und mehrstufig aufgebauter Auwaldbestand mit großen Horst- und Höhlenbäumen, ausreichendem Alt- und Totholzvorkommen, mageren Wiesenflächen und ausgeprägten Uferbereichen mit Wasserpflanzen essentiell.
Zahlreiche Tierarten wie 70 Brutvogelarten, über 40 Schmetterlingsarten, 12 Amphibienarten, Reptilien, Fische, verschiedenste Käfer und geschützte Fledermäuse finden hier einen geeigneten Lebensraum.
Unter 200 verschiedenen Wiesenpflanzen finden sich zahlreiche geschützte Arten. Sie zählen zu den Besonderheiten der Au.
Im Waldgebiet bilden die Bodenschicht, Moos-und Krautschicht, Strauchschicht sowie die erste und zweite Baumschicht jeweils einen speziellen Lebensraum für Amphibien, Reptilien, Käfer, Schmetterlinge und Baumhöhlenbewohner wie Fledermäuse und Wildbienen mit ihren Brut- und Ruhestätten. Sie werden von manchen Tierarten wie z.B. Vögel auch übergreifend genutzt.
Herausforderungen für unser Naturschutzgebiet Stockerauer Au:
-
- Pilzkrankheiten an Ulmen und Eschen
-
- die zunehmende Ausbreitung invasiver Arten wie Neophyten
-
- der Waldumbau seit dem Jahr 2022 durch neue Forstbewirtschaftungsmethoden mittels Kahlschlägen unter Einsatz von schweren Forstmaschinen
-
- eine eingeschränkte natürliche Verjüngung heimischer Baumarten
-
- die Abschaffung des ökologischen Jagdkonzeptes durch die jetzige Stadtregierung mit daraus resultierendem vermehrtem Wildverbiss
-
- Ablagerungen von Ackerabschwemmung
-
- die Veränderung des Auenhabitats aufgrund des Ausbleibens der entscheidenden hydrologischen Dynamik (Kraftwerksbau)
Naturschutzgebiete haben das Ziel, diese wertvollen Lebensräume in gutem Zustand zu erhalten oder wieder in diesen zu versetzen. Dies stellt im Hinblick auf die vielen Stressoren eine große Herausforderung dar und bedarf regelmäßiger Untersuchungen unabhängiger Expert:innen.
